Rapkhar - Sohn der Wüste, Mann des Meeres




  • Coming soon!




    Es gibt kaum einen Menschen auf dem Festland welcher von Myrtana nach Varant oder von Varant nach Myrtana reiste ohne durch dieses Dorf zu kommen. Egal ob du ein Händler, Meuchelmörder, Soldat, Sklave oder Gelehrter bist, du wirst um Braga nicht herum kommen - und in vielen Fällen auch nicht herum wollen. Durch die Art wie dieses Dorf gelegen war und nicht zuletzt aufgrund der noch Wasser spendenden Brunnen, war es nur logisch hier Halt zu machen um sich auf den Grenzübergang beziehungsweise auf den Wüstenmarsch vorzubereiten. Braga kam in den Genuss von varantischen sowie myrtanischen Waren und bot seinen Bewohnern hierdurch eine große Vielfalt sowie Arbeit. Man könnte fast von einem idyllischen Zustand sprechen - wenn da nicht der Krieg zwischen den Assassinen der Wüste und den myrtanischen Soldaten wäre. Diese schafften es den Assassinen einen verherrenden Schlag zuzufügen und so die nördlichen Ortschaften Varants in Beschlag zu nehmen. Hierzu gehörte eben auch das Dorf in welchem Rapkhar groß wurde.


    Rapkhar war der Sohn eines verwitweten Sumpfkraut-Bauerns namens Josen. Über seine Mutter wusste Rapkhar wenig - genau genommen gar nichts. Sein Vater, welcher über den Verlust seiner Gattin nie hinweg kam verbannte ihren Namen aus deren Haus und verbat Rapkhar jegliche Fragen zu ihr. Selbstverständlich konnte dieser jedoch nicht anders wie es zu versuchen, etwas über seine Mutter herauszufinden - ohne Erfolg. Rapkhar’s Sturrheit war ein klares Erbe seines Vaters und so prallten beide oft bei diesem Thema gegeneinander, heraus kam dabei jedoch nichts.


    Rapkhar selbst lebte ein ruhiges Leben in Braga ohne wirkliche Abenteuer. Er half seinem Vater das Sumpfkraut zu ernten und es anschließend in Braga an die reisenden Händler zu verkaufen. Bildung wurde ihm keine Zuteil da sein Vater keine Zeit hatte und es in Braga keine Form von Schule gab welche er hätte besuchen können. Hieraus resultierte, dass Rapkhar zwar ein gutes Zahlenverständnis hatte (anders hätte das Handeln sicherlich nicht funktioniert) und sich gut ausdrücken konnte, Lesen oder gar Schreiben war ihm jedoch nicht gegönnt. Von dem Kampf der Assassinen gegen die Soldaten Myrtanas bekam er wenig mit, nicht zuletzt weil sein Vater ihn davor schützte. Er erinnert sich lediglich daran, dass eines Tages hellhäutige Soldaten in der Stadt stationierten und die Anbetung Beliars verboten wurde. Dies war auch noch so als Rapkhar sich eines Tages entschloss Braga zu verlassen.


    Der myrtanische Dauerbesuch der Soldaten hatte trotz der Glaubensunterdrückung seine Vorteile und so brachten neue Soldaten oft auch neue Geschichten mit sich. Einige von diesen Geschichten handelten von Khorinis und den Möglichkeiten welche die Insel sowie die gleichnamige Stadt zu bieten schienen. Rapkhar, Müde von der monotonen Arbeit der Sumpfkraut-Plantage begann immer mehr Interesse an dem entfernt liegenden Land zu bekommen, konnte seinen Vater jedoch nicht ohne Hilfe zurücklassen. So war es, dass er bis zu seinem 24. Lebensalter ausharren musste - dann verstarb Josen. Obgleich ihn eine schwere Trauer traf da er seinen Vater beerdigen musste, sah er darin die Möglichkeit sein Heimatdorf zu verlassen. Er verkaufte das Land seines Vaters samt dem dort wachsenden Kraut und begab sich nach mit einer kleinen Gruppe Reisender nach Bakaresh.



    Während Braga verdient als Dorf bezeichnet wird, müsste man Bakaresh ob des bunten Treibens als Metropole Varants bezeichnen. Sklaventreiber und Händler füllen die Straßen auf der Suche nach dem besten Geschäft. Dazwischen findet man die Anhänger Beliars welche zu dem hier angesiedelten Tempel pilgern um ihren Gott zu huldigen.


    Trotz dessen, dass auch Rapkhar zu Beliar betete, war er jedoch nicht interessiert den Tempel zu besuchen, denn sein Anliegen war ein ganz anderes - er wollte ein Schiff nach Khorinis finden. So begab er sich auf direktem Weg, an den ganzen Marktständen vorbei, in Richtung des Hafens und arbeitete sich durch die Kapitäne durch. Leider war sein Vorhaben jedoch von keinem Erfolg gekrönt - während die Meisten nicht vor hatten eine Insel unter Kontrolle des Königs anzufahren, gab es wenige Kapitäne welche zwar dorthin reisten aber Rapkhar nicht mitnehmen wollte.


    So war Rapkhar gezwungen einige Wochen in Bakaresh am Hafen zu verbringen wo er zunächst von den Münzen lebte welche ihm die Plantage eingebracht hatte und zu guter letzt von der Bettlerei. Rapkhar war wahrlich kein prunkvolles Leben gewohnt, jedoch gab es für ihn auch noch nie eine solch schwere Zeit wie er sie in Bakaresh durchmachen musste. Geplagt von seinem Hunger, gekränkt durch seine Bettlerei und zuletzt demotiviert durch die Tatsache, dass er sein altes Zuhause verkauft und somit keinen Ort mehr hatte an welchen er zurückkehren könnte wurde er von einem Bettler zu einem Gauner.


    Er war kein gieriger Dieb. Er stahl nie für Reichtum oder zur Belustigung und er versuchte Gewalt zu meiden - so gut ein Dieb diese eben meiden konnte. Aber dennoch schwand sein Gewissen immer ein Stück mehr, mit jedem Obst und jedem Laib Brot welches er von einem der örtlichen Händlerstände gestohlen hatte. In dieser Zeit lernte er einige Leute welche sein Schicksal teilten gerne und fand in diesen Unterstützung in seinem Kampf ums Überleben. Fast machte es den Anschein als wäre Rapkhar gefangen in Bakaresh, dazu verdonnert sein restliches Leben als armer Gauner zu verbringen als ein Schiff in Bakaresh andockte mit dem Namen “Khorina”.


    Intrigiert von dem Namen kam er nicht darum den Kapitän anzusprechen woher dieser denn kam und wohin dieser denn ging und die Antworte brachte das Leben zurück in Rapkhars mittlerweile leer gewordenen Blick - Khorinis. Ohne mit der Wimper zu zucken entschloss er sich dem Kapitän anzuschließen im Tausch für seine Hilfe während der Tätigkeiten welche bei einer Seefahrt überlicherweise anfallen. Bezahlung verlangte er keine, es war jedoch nicht so als wäre ihm eine angeboten worden - er bekam zu Essen und das war im Vergleich zu seinem Leben in Bakaresh mehr als genug Lohn.


    Er half der Besatzung beim Entladen des Schiffs, lernte diese ein wenig am gleichen Abend in der Taverne kennen und brach ohne einen weiteren Blick nach hinten gen Bakaresh zu werfen seine Reise nach Khorinis auf.




    Rapkhar kam nach einigen Tagen in Khorinis an. Der harte Wüstenwind hatte seine längst durchgetragene Kleidung zu zusammenhängenden Lumpenfetzen reduziert und die mageren Rationen nahmen ihm jegliche Kraft welche er auf der Feldarbeit erlangt haben hätte können. Mit einem starken Händedruck und brüderlichen Umarmungen verabschiedete er sich von der Besatzung und sprach von einem bis zum nächsten Mal. Was er jedoch nicht ahnen konnte und vermutlich niemals herausfinden würde war, dass sein Rettungsschiff „Khorina“ inklusive der Besatzung einem starken Sturm zum Opfer fiel und nie mehr gesehen war.


    Rapkhar schlendert durch den Hafen, fasziniert von der Mischung aus Gleichgesinnten und Wohlhabenden am gleichen Ort. Der Hafen schien sich von seinem Wesen selbst kaum von dem Bakareshs zu unterscheiden aber die vorherrschende Mentalität war sofort ein Kulturschock für Rapkhar. Er kannte zwar schon Männer aus Myrtana und Nordmar auf Grund seiner Heimat aber unter diesen zu Leben war ein ganz eigenes Gefühl.


    Er spazierte durch die Stadt und kam im Handwerksviertel an. Dort saß ein Mann namens Kalmar auf der Bank welcher auf Rapkhar den Eindruck machte sich auszukennen. Nach einem kurzen Gespräch empfahl dieser dem Varanter sich auf dem Kornhof vor der Stadt zu versuchen. Dort angekommen bekam er sogleich auch die Aufgabe beim Transport in die Stadt zu helfen. Sein Lohn waren gute Speisen sowie eine beträchtliche Menge Gold. Seine erste Woche verbachte Rapkhar mit genau solchen Aufgaben. Er schleppte Erz ins Lager, schöpfte Wasser für das Badehaus und klopfte ab und zu Erz in der Mine. Auf dem Weg zur Letzteren sah er jedes Mal die Fischer und beneidete diese fast um ihren Lebensstil. Körperliche Arbeit hatte Rapkhar in seinem bisherigen Leben genug und das Fischen schien eine gern gesehene Abwechslung zu sein.


    Als Rapkhar eines Tages von der Mine Richtung Stadt, begegnete er einem Varanter welcher ihn zugleich anhielt und aufforderte für ihn Würmer zu sammeln. Rapkhar ging in den Stadtgraben und tat genau das. Was Rapkhar jedoch nicht wusste – er hatte gerade den zukünftigen Leiter der Fischerei und seine engste Vertrauensperson auf Khorinis getroffen – Mamuk.


    Rapkhar kam nach einigen Stunden des im Dreck Wühlens zurück in die Taverne und gab Mamuk die Würmer. Sie kamen ins Gespräch und merkten sofort, dass sie vieles gemeinsam hatten. Und der Rest? Der ist Geschichte.



    Viele Monate vergingen für Rapkhar im Hafen auch wenn diese Zeit sich für diesen anfühlte wie ein kurzer Moment.


    Er machte sich in dieser Zeit einen Namen bei den Fischern und half in der Taverne aus wo er konnte. Rapkhar und Mamuk waren kaum zu trennen und es zeigte sich sehr schnell, dass sich diese beiden Varanter nahestanden. Egal ob es um Geschäfte oder Streitigkeiten ging, sie kümmerten sich um beides so gut sie konnten und unterstützten sich gegenseitig. In dieser Zeit lerne Rapkhar den Hafenmeister kennen – Jethro. Relativ schnell war ihm klar wer im Hafen das Sagen hat und wie er sein Wort durchsetzt – die Hafenbande. Mamuk war im direkten Dienste Jethros. Und mit jeder Stunde, jeder Tat und jedem Geschäft welche er für Mamuk begangen hatte, er hatte sie auch für die Hafenbande begangen. So kam es das Rapkhar der Bande immer Loyaler gegenüber wurde und die restlichen Mitglieder kennen lernte. Nach dem Tod seines Vaters hatte Rapkhar keine Familie die er sein nennen konnte. Es gab zwar die gelegentliche Bekanntschaft aus der Zeit in Bakaresh aber sich vertrauen konnte man nie. Die Loyalität ging immer mit dem Zweck für einander einher.


    In dieser Zeit knüpfte Rapkhar viele Kontakte mit der restlichen Insel und seine treibende Ambition wurde immer deutlicher – er wollte den Hafen zum Mittelpunkt der Insel machen. Sein ohnehin schon vorhandener Geschäftssinn gepaart mit Mamuks Geschick ein gutes Geschäft zu riechen führten zu vielen ertragreichen Verbindungen welche die legalen Betriebe der Bande voran brachten. Dies ermöglichte es Render zusammen mit Rapkhars und Mamuks Unterstützung den Hafen selbst unter Kontrolle zu bringen und einen Kampfring „Der Hafenkeiler“ auf die Beine zu stellen. Nachdem die anfänglichen Ausnahmezustände des Hafens zerschlagen waren und die Hafenbande den Hafen in Griff bekam, begannen die Geschäfte vollends zu florieren und viele neue Fischer versuchten ihr Glück im Hafen.


    Dann kam jedoch der Tag welcher alles ändern sollte. Mamuk erlag einem nicht erklärbaren Zustand und war vollends Bewusstlos. Rapkhar bemerkte Mamuk im Keller der Taverne in diesem Zustand. Panisch nahm er sich Mamuks an und trug diesen in seine Hütte. Er rief die Mitglieder der Bande zu sich um seine nächsten Schritte zu besprechen aber auch diese schienen Ratlos zu sein was es mit Mamuk auf sich habe. Und konnte Rapkhar nicht mehr tun wie sich um die wichtigsten Dinge für Mamuks Erhalten zu kümmern und zu seinem Gott zu beten. In dieser Zeit war Rapkhar gezwungen Mamuks Aufgaben zu übernehmen und diesen zu vertreten. Letztendlich war genau diese Arbeit sein Glück den er war beschäftigt genug um nicht darüber nachdenken zu müssen, dass sein Bruder vielleicht nie wieder erwacht. Doch in den ruhigen Momenten des Tages oder wenn er sich um diesen kümmern musste, war die Sorge wieder da. Diese Zeit machte Rapkhar sehr aufbrausend und er war sehr schnell auf 180 zu bringen. Gleichzeitig reifte er jedoch an den neuen Verpflichtungen und er tauschte viel seiner humorvollen Art für eine Ernste, Führende.


    Jethro schien dies zu sehen denn er machte den von Rapkhar bis dahin zum größten gewordenen Traum wahr – er nahm ihn in die Familie auf, in die Hafenbande

  • Würde mich übrigens über Feedback / Kritik freuen :D Ich bin leider kein Fantasy-Roman-Schreiber deshalb fällt meine Story vermutlich recht trocken aus. Zudem versuche ich direktes Reden immer zu vermeiden weil...eh...aus Gründen halt ^^

  • Find die Geschichte gut gelungen.



    Der Char Rythamun hingegen,..
    Freut sich auf ein mögliches Ende, wenn der ganze Hafen abfackelt . Vorallem die Taverne.... Könnt ihr nicht Barthos auf ein Chili bei euch einladen ?
    ;)

  • Find die Geschichte gut gelungen.



    Der Char Rythamun hingegen,..
    Freut sich auf ein mögliches Ende, wenn der ganze Hafen abfackelt . Vorallem die Taverne.... Könnt ihr nicht Barthos auf ein Chili bei euch einladen ?
    ;)

    Da wirst du leider noch warten müssen. Oooooder du überlegst dir einen anderen Weg wie du dein "Hafenverbot" aufheben lassen könntest ;)

  • Sei bitte kein Assassine,der mich aufschlitzen will :c


    Nein im Ernst, die Geschichte liest sich wirklich angenehm und ist gut formuliert- gerne mehr davon!